Bike

Einmal Schweiz bitte! Alles auf Schiene.

Auch wenn im Moment die lokalen Trails im Vordergrund stehen und die Grenzöffnungen noch ein wenig auf sich warten lassen, habe ich mir vorgenommen, wieder ein bisschen mehr über die erlebten Reisen zu berichten. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich meine Kolumne zu unserer letzten Fahrt in die Schweiz auf shred.at noch nicht veröffentlicht habe.

Die Schweiz war immer wieder im Gespräch, doch dann kamen Italien, Slowenien oder Kanada dazwischen. Vorletzten Sommer hat es dann endlich geklappt – unser Velochicks Trailcamp führte uns ins Engadin im Kanton Graubünden. Genauer gesagt nach Pontresina ins Hotel Palü. Ein wahnsinnig tolles und vielseitiges Gebiet, wie sich in dem Kurzurlaub herausstellen sollte. 

Das Velochicks Trailcamp

Wir waren in einer größeren Gruppe unterwegs und gespannt auf die gemeinsamen Erlebnisse. Da war wirklich für jeden etwas dabei – von teilweise etwas unwirklich wirkendem hochalpinen Gelände, technischen Teilstücken über malerische Wald- und Wiesenwege. Die Gegend trumpfte mit fast endlosen Möglichkeiten auf. Die Trails waren etwas weniger steil und rumpelig, wie wir es zum Beispiel aus Gebieten in Tirol kannten. Sie fügten sich eher sanft in die Landschaft ein und waren zwischendurch recht ausgesetzt. Zudem bescherten sie uns immer wieder einen spektakulären Rundumblick. 

female mountain biker with capricorn statue at piz nair
pic by Irmy Beck

Der Bernina Express als Shuttle

Beeindruckend war auch das bunte Netz an Shuttle Möglichkeiten mit Bus, Bahn oder Gondel. Nach dem Tag auf den Trails um Pontresina, La Rösa und Poschiavo, haben wir das sofort ausgetestet und den Bernina Express für einen Teil des Rückwegs genutzt. Wir waren positiv überrascht, wie selbstverständlich man sich in der Gegend mit dem Mountainbike fortbewegt.

Da das hier offensichtlich genauso dazugehört, wie der Käse zum Raclette, sind auch die Züge entsprechend ausgestattet. Kleiner Zug, große Wirkung! Da gab es doch tatsächlich gleich ZWEI Fahrradabteile, in die wir unsere 12-Frau-starke Truppe inklusive Räder noch ohne Probleme unter bekamen. Und das obwohl bereits einige andere Radfahrer an einer früheren Station zugestiegen und die Plätze bereits gut belegt waren. So etwas sieht man eher selten. Allein ins “Hänge-Abteil” passten bereits zehn Fahrräder.

bike storage compartment within the bernina express

Vergessen war die aus Deutschland oder Österreich gewohnte Schwitz-Partie, wenn man sich mit großen Augen nach dem zuvor gebuchten Fahrradplatz umschaut. Nein, es standen hier keine Koffer oder andere Dinge auf dem reservierten Platz. In der Schweiz läuft das etwas anders. Da hatte sich doch tatsächlich jemand die Mühe gemacht und sichergestellt, dass wir auch mit unseren etwas dickeren Reifen in die Vorrichtung passten. Der Abstand zur Decke ließ es außerdem zu, dass nicht nur 26 Zoll, sondern neben 27,5 auch die 29er verstaut werden konnten.

Die Räder baumelten bald alle fröhlich an dem dafür vorgesehenen Platz. Keine Suche nach Alternativlösungen, sondern einfach einladen, es sich im anderen Abteil gemütlich machen und die Aussicht genießen. Das war wirklich eine ganz andere Schiene und hat uns zugegebenermaßen nachhaltig imponiert.

Wie im Bilderbuch

Ein weiteres Highlight auf der Strecke war natürlich der grandiose Ausblick. Die Umgebung sah im späten Nachmittagslicht aus wie aus dem Bilderbuch oder bei einer übergroßen Miniatur-Eisenbahn. Wir standen daher wie die kleinen Kinder am offenen Fenster und schauten, was sich alles entdecken ließ. Der rote Zug schlängelte sich an imposanten Gebirgszügen entlang und brachte uns zum nächsten Trailhead am Ospizio Bernina. Von dort ging es mit dem Bike zufrieden dem Sonnenuntergang entgegen.

An den nächsten Tagen wurden dann auch noch ein paar Gondeln ausgetestet. Auf diese Weise konnten wir so viel Zeit wie möglich auf den Trails verbringen. Unter anderem führte uns unser Guide zu den Las Trais Fluors bei Celerina und auf den 3057m hohen Piz Nair. 

Es war eine tolle Zeit. Zwar nicht ganz billig, aber mit den vielen Erlebnissen und Möglichkeiten war es das durchaus wert. Und man macht das ja auch nicht jede Woche. Für uns wird es in den nächsten Jahren sicher wieder eine Wiederholung geben. Mal schauen in welche Region in der Schweiz es uns dann verschlägt…

Allegra!

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