Bike

Heute schon an deiner Fahrtechnik gearbeitet?

Fernab vom Hobby-Rennzirkus habe ich mich in letzter Zeit viel mit der lieben Fahrtechnik beschäftigt. Nicht nur, um weiter an den eigenen Skills zu arbeiten, sondern vor allem auch, um die Kenntnisse besser an andere weitergeben zu können. Es standen wieder mal ein paar Fortbildungen im Bereich “Fahrtechniktraining” an. 

Mit der Routine kommt die Sicherheit

Wie wichtig Fahrtechnik ist, ist sicher jedem klar. Und wieviel Spaß es machen kann, Grundlagen zu vermitteln und die Begeisterung an andere weiterzugeben, habe ich gerade bei meinem letzten Liv Women’s Ride wieder gemerkt. Er war als Fahrtechnik-Training für Anfängerinnen angesetzt und ich war gespannt auf die Vorkenntnisse und Wünsche der Teilnehmerinnen. Die Gruppe war recht bunt gemischt. Von der kompletten Anfängerin bis zur Wiedereinsteigerin nach längerer Abstinenz war alles dabei. Es ging also vor allem darum, Techniken zu erlernen, aufzufrischen und an der Routine zu arbeiten, um die nächsten Singletrails selbstbewusst meistern zu können. Es war wirklich cool, mit anzusehen, wie alle innerhalb von kürzester Zeit Fortschritte machten und immer selbstsicherer wurden. Das Lächeln und die Zufriedenheit der Mädels nach dem Training sprachen für sich.

quick intro & bike check before each ride
by Markus Fruehmann Fotografie

Fahrtechnik ‘Auffrischung’

Aber nicht nur im Anfängerbereich kann ein kleines Training Wunder wirken. Man sieht ja so einiges, wenn man unterwegs ist. Da gibt es die gechillten Fahrer, die ihr Bike spielerisch und geschmeidig durch jede Kehre und über Stock und Stein manövrieren. Und dann gibt es natürlich auch die Poser, die am Trailhead schon ganz aufgeregt die Wheelie Skills herzeigen und es gar nicht erwarten können, sich den Trail hinunter zu stürzen. Ganz nach dem Motto “Achtung, jetzt komm ich!”.

Nach den ersten Metern am Trail kann einem der selbige dann eigentlich schon leid tun. Die Geräusche aus dem Wald lassen erahnen, was abgeht – das Massaker hat begonnen. Da wird mal schnell das fehlende Fahrkönnen mit Kraft und ‘lässigem’ Driften ausgeglichen. Bei den richtigen Könnern, sieht der Trail danach allerdings nicht aus, als wenn gerade eine Horde Wildschweine ihr Unwesen getrieben hätte. Klar kann man den Trail auch einfach irgendwie runter bolzen – und vielleicht kommt man auch einigermaßen unbeschadet unten an. Kontrolliert ist das im Normalfall aber nicht. Und naturverträglich ist auch anders. Wäre schön, wenn man an der einen oder anderen Stelle ein bisschen mehr Skills sehen würde und weniger Schau. 

Kleine Dinge, große Wirkung

Bei der Fahrtechnik sind es ja oft die kleinen Dinge, die große Wirkung zeigen. Ich bin immer wieder überrascht, was man mit ein paar kleinen Änderungen von Gewohnheiten und dem Fokus auf Armen, Hüfte oder Sprunggelenk so alles verbessern kann. Und wie cool ist es, wenn aufgrund von einfachen Tipps die vorher unbezwingbare Schlüsselstelle gemeistert wird?

two women on mountain bike trail
by Markus Fruehmann Fotografie

Feedback einholen

Der ein oder andere wird sich denken:  “Wie langweilig ist das denn! Ich kann biken, wieso sollte ich meine Zeit mit diesen einfachen Übungen verschwenden?” Aber ein kurzer Gegencheck hat sicher noch keinem geschadet und ein Blick von außen zahlt sich meistens aus. Nicht zuletzt, weil die gefühlte Ausführung nicht unbedingt mit der tatsächlichen übereinstimmt. Oftmals kommt es dann bei der Videoanalyse zur großen Überraschung. Richtet die Kamera doch einfach mal bei unterschiedlichen Manövern auf euch und schaut euch die Bewegungsabläufe genauer an. Das Handy hat man ja meistens sowieso dabei und griffbereit. Und diesmal geht es nicht um abenteuerliche Shots, die durch den richtigen Winkel noch halsbrecherischer ausschauen. Vielleicht fällt euch ja etwas auf, was noch verbesserungswürdig wäre. Das funktioniert natürlich nur, wenn man das Ego mal zur Seite legt und wirklich überlegt, warum etwas vielleicht nicht ganz so ideal ausschaut. Oder noch besser: lasst euch vom Fahrtechniktrainer Eures Vertrauens ein paar Tipps geben. Macht ein Training oder Coaching. Da geht sicher noch was! 

Ansonsten kann man eigentlich immer an der Technik arbeiten – selbst wenn man in einfachem Terrain unterwegs ist. Oder wann habt ihr das letzte Mal bewusst auf Euren Körperschwerpunkt geachtet oder den Notabstieg geübt? Probiert es doch mal aus!

You Might Also Like...