female riding cross bike along railway treck in vienna
Bike

Kleiner Abstecher in die Crosser Welt

Die Winterpause der lokalen Trails zwingt zum Improvisieren. Die Diskussionen um das Befahren der nicht offiziell markierten Wege sind ja bekannt. Im Winter verschärft sich das Ganze um gefühlte Tausend Prozent. Winterruhe für Flora und Fauna macht Sinn und wird selbstverständlich berücksichtigt. Die Schonung der heimischen Trails aufgrund der Witterung natürlich auch. Zur Überbrückung muss daher eine Alternative her. Die Crosser Zeit beginnt…

Als Mountainbikerin werden die Fahrräder mit dem gebogenen Lenker von mir hauptsächlich zu Trainingszwecken genutzt. An Spaß habe ich da früher eigentlich nicht gedacht. Beim Crosser ist das etwas anders, weil er aufgrund seiner Beschaffenheit vielseitiger ist. Der Rahmen ist stabil und die Bereifung standhaft genug, um auch auf Waldboden und gröberen Bodenbeschaffenheiten zu fahren. Beim Fahren geht es zügig voran und Schotter sowie Wurzeln können ihm nichts anhaben. Und somit eigentlich gar nicht schlecht. An die Mentalität und ‘Rennrad Etiquette’ musste ich mich in der Vergangenheit erstmal gewöhnen. Das kam mir teilweise etwas kleinkariert daher. Ich kann mich noch recht genau an eine der ersten Gruppen Ausfahrten mit dem Crosser erinnern. Damals war ich ziemlich gespannt, ob das Miteinander beim Cyclocross eventuell etwas entspannter abläuft.

cross bike at wienfluss in vienna

Die Crosser Gruppenausfahrt

Bei der ersten Ausfahrt in der neuen Cyclocross Gruppe passiert es dann auch schon. Ich werde gleich belehrt, dass ich meine Ventilkappen vergessen habe abzunehmen. Ich bin irritiert. “Na, die Ventiiiilkappen!” – “Die müssen runter! Wie beim Rennrad!”. Warum, kann man mir dann aber irgendwie auch nicht genau erklären, nur dass das wohl der totale Fauxpas wäre. “Das wäre wie…wie…” Beim kurzen Blick über mein Rad wird wohl noch etwas anderes Erstaunliches gefunden, denn das Ende des Satzes verläuft im Nirgendwo. “Na ja, auf jeden Fall macht man das so”.

Aha, schön. Meine Rennrad fahrende Freundin meint, dass es wohl wegen dem zusätzlichen Gewicht wäre. Hat sie mal gelesen. Joa, klingt voll einleuchtend. Hätte ich das doch früher gewusst! Da hab ich mir doch glatt freiwillig zusätzliche 0,1 g aufgehalst. Nein, es sind ja eigentlich genau 0,2g – weil ich habe ja insgesamt zwei davon. Bei der gemütlichen Fahrt in dem citynahen Querfeldein-Gebiet fällt mir das natürlich sofort auf. Da wäre ich sicher noch schneller gewesen!

Velominati Rules!

Zurück zu Hause muss ich das spaßeshalber erst einmal googlen. Schaut man in die diversen Foren, findet man gleich ein paar sehr kuriose Gründe. Habe da mehrfach was von ‘daraus resultierender Unwucht’ und ‘nicht rund laufendem Laufrad’ gelesen. Hhm. Und eines ist zumindest klar, es wird als extrem uncool empfunden. Punkt. Ich browse noch ein bisschen weiter und lande bei den ‘Velominati Rules‘. Ganz amüsant zum Lesen (#38!).

female biker on a cross bike along railway treck in vienna

Trail Check mit dem Crosser

Aber zurück zum Crossen. Auf der nächsten Tour mit den Mädels schauen wir uns einen der freigegebenen Trails im Wald an. Die sind im Normalfall recht einfach gestrickt und dieser auch im Winter befahrbar. Uns kommt am Trailhead ein sportlich anmutender Wanderer entgegen. Wir hatten gerade versucht herauszufinden, ob wir an der richtigen Abzweigung stehen. Daher fragen wir ihn wo er herkommt, und ob wir am richtigen Weg sind. Wir wollen nämlich zu einem besonders schönen Aussichtspunkt. Er meint, dass wir schon richtig wären, er aber an unserer Stelle mit “DEN Dingern” nicht dort runter fahren würde. “Ich fahre da normalerweise mit dem MTB!” Wir schmunzeln uns an und bedanken uns für den gut gemeinten Rat. Er kann ja nicht wissen, wo und was wir normalerweise fahren. Er gibt uns noch eine kurze Streckenbeschreibung und Tipps mit auf den Weg. 

Was kommt, ist ein richtig flowiger Trail, den auch der Crosser sehr gut meistert. Wir fragen uns, wann denn diese schlimme Stelle kommt, von der er geredet hat. Doch dann sind wir auch unten angelangt und am Weg zur schönen Aussicht. Ein gelungener Abschluss, wie wir meinen.

Ich muss zugeben, dass das Crossen schon eine feine Sache ist. Die Kombi aus den schnellen Stücken in der Ebene und dem Spaß am Trail kann sich sehen lassen. Eine nette Abwechslung und ein passables Trainingsgerät. 

Am Liebsten fahre ich aber immer noch mit dem Mountainbike. :) Freue mich schon, wenn es endlich wieder so richtig losgehen kann. Hoffentlich bald!

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